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Direct Access: Perspektivwechsel

Welche Interessenkonflikte verursacht die Frage nach der Einführung eines Direktzugangs zum Physiotherapeuten? Welche Voraussetzungen wären für eine umfassende Umsetzung nötig? Und inwieweit sind Physiotherapeuten fähig, eine Erstdiagnose zu stellen? Mit diesen Fragen rund um das Thema Direct Access setzten sich 41 Physiotherapie-Studierende der Hochschule für Gesundheit (hsg) im Rahmen eines Planspiels des IFK auseinander.

IFK-Vorstandsmitglied und hsg-Dozent Rick de Vries ließ die Studierenden, die kurz vor dem Bachelor-Abschluss stehen, in die Rollen verschiedenster Akteure der Gesundheitsbranche schlüpfen, um die Debatte um einen Direktzugang aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. In der Rolle von Vertretern der Physiotherapie, Ärzteschaft, Krankenkassen, Hochschulen, Forschern, Patienten und Berufsfachschulen sollte eine gemeinsame Erklärung zum Direct Access erarbeitet werden. Der ehemalige IFK-Geschäftsführer und heutige Oberbürgermeister von Herne, Dr. Frank Dudda, übernahm den Vorsitz der professionell inszenierten Konsensuskonferenz und führte mit politischem Herzblut durch die Veranstaltung.

Insbesondere über die Komponenten Versorgungssicherheit, Qualifizierung und Finanzierung wurde heiß diskutiert. Der Konsens am Ende der Konferenz lautete schließlich, dass der Direktzugang zunächst auf Selbstzahlerbasis eingeführt werden solle. „Es war superinteressant zu erfahren, wie schnell meine Argumente als Kassenvertreterin auch gegen mich verwendet werden konnten“, stellte Miriam Bake fest. Sebastian Andries, der in der Konferenz als politischer Vertreter fungierte, könnte sich sogar vorstellen, in Zukunft tatsächlich die politischen Interessen der Physiotherapie zu vertreten: „Klar haben Ärzte und Kassen gewichtige Positionen im Gesundheitssystem, das hat sich auch in der Konferenz gezeigt. Aber schließlich sollte die bestmögliche Versorgung im Mittelpunkt stehen und nicht das Einzelinteresse. Daher sollte letztlich jedem Patienten ermöglicht werden, direkt zum Physiotherapeuten gehen zu können.“

Rick de Vries und seine hsg-Kollegen Prof. Dr. Christian Grüneberg und Prof. Dr. Sven Dieterich waren sichtlich begeistert, wie fundiert diskutiert wurde. Die Hochschule und der Bundesverband pflegen auch dank ihrer direkten Nachbarschaft auf dem Gesundheitscampus NRW in Bochum ein enges Verhältnis mit dem Ziel, den wissenschaftlichen Diskurs in der Physiotherapie zu stärken. Der Direktzugang zum Physiotherapeuten ohne Verordnung des Arztes zählt zu den Kernforderungen des IFK und erhält insbesondere bei akademisierten Physiotherapeuten großen Zuspruch.

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